Unserer Kreisstadt Heppenheim fehlt ein wirtschaftspolitischer Kompass
Heppenheims Unternehmer wissen seit Jahren nicht, wo sie bei der Stadt dran sind. Es fehlt an einer Rückkoppelung zur Stadtpolitik“, so der CDU Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Semmler. Die Aussagen des Geschäftsführers Kurt Schüssler von dem gleichnamigen Logistikunternehmen im letzten Haupt- und Finanzausschuss offenbaren nach Auffassung der Heppenheimer CDU, dass das Gespräch zwischen dem Bürgermeister, als Chef des Unternehmens Stadt, und seinen Partnern in den Gewerbegebieten jahrelang versäumt
wurde.
Kein Wunder, dass der Bürgermeisterkandidat der CDU, Rainer Burelbach, bei bisher über 30 Betriebsbesuchen immer wieder zu hören bekam, dass dies der erste kommunalpolitische Kontakt seit langem sei. Die Kreisstadt verkaufe sich einfach unter Wert, so die einhellige Meinung vieler Betriebsinhaber. Zu einer erfolgreichen Gewerbepolitik gehöre auch die Bestandspflege. Die Unternehmer würden nur allzu gern ihre Sorgen und Anregungen dem Chef der Stadtverwaltung persönlich vortragen. Schließlich handele es sich hier nicht um eine Hol-, sondern um eine Bringschuld. Für die Unternehmer sei es beispielsweise sehr interessant, ab wann das seit Jahren angekündigte Gewerbegebiet Tiergartenstraße-Süd endlich erschlossen würde. Nach einer kürzlich erfolgten Presseveröffentlichung der Stadt befinde man sich immer noch auf der Suche nach einem Erschließungsträger. Es sei daher kein Wunder, dass inzwischen die in Heppenheim jahrzehntelang ansässige Firma Baldur-Saaten ein neues Versandzentrum im Bensheimer Stubenwald eröffnet habe, nachdem sie mangels Flächenangebot zunächst bei der früheren Firma Sartorius in Bensheim eine Zwischenlösung gefunden hatte. Über 95 Prozent der Neuansiedlungen in Südhessen kommen nun einmal aus dem Umkreis von 20 bis 25 Kilometern. So erfreulich die Ansiedlung eines Unternehmens der Windkrafttechnologie aus Rimbach vor der Sommerpause sei, so sei doch nicht zu verkennen, dass dies die letzte für eine Unternehmensansiedlung geeignete Fläche war, für die übrigens schon seit vielen Jahren Baurecht bestand. Der Heppenheimer CDU-Vorsitzende Jürgen Semmler abschließend: „ Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Wenn sich die Dinge nicht bald verändern, dürfte dies eine der letzten Ansiedlungen in Heppenheim gewesen sein.“
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